FAIRTHERAPY-Statement zur Situation der Flüchtlinge in Österreich

FAIRTHERAPY FÜR MENSCHEN.
Die flüchten mussten und bleiben wollen. 
 

FAIRTHERAPY kann einen wesentlichen Beitrag zur Integration der Menschen, die in Österreich um Asyl angesucht bzw. dieses erhalten haben, leisten.

Spaltung macht krank: Menschen, Gruppen, Gesellschaften

Der wirkungsvollste Mechanismus der Seele, um eine traumatische Erfahrung zu überleben, ist die Spaltung („Fragmentierung“).  Vor allem Gefühle und Körperempfindungen werden während der Belastung weggedrückt und bleiben unter Umständen dauerhaft unzugänglich. Dennoch sind alle Eindrücke im Gehirn gespeichert und für die peinigenden traumaspezifischen Symptome verantwortlich, so sie nicht durch eine Traumapsychotherapie verarbeitet werden. Das ist der Grund, warum Menschen noch Jahre nach dem Erlebnis in scheinbar harmlosen Situationen „kippen“: plötzlich weggetreten sind („Dissoziation“), plötzlich in Panik geraten oder einen Tobsuchtsanfall bekommen. Irgendetwas an der aktuellen Situation hat sie unbewusst an das Trauma erinnert („angetriggert“), und sie fühlen sich, als wären sie mitten in der traumatischen Situation (“Flashback“).

Integration macht gesund: Menschen, Gruppen, Gesellschaften

Spaltung bzw. Integration ist für jeden Menschen ein Entwicklungsthema: Sich zu erkennen, die Schattenseiten zu integrieren und den Grad des Bewusstseins über sich und seine Motive laufend zu erhöhen, macht eine reife Persönlichkeit aus. So würde sie keine Handlung setzen, bei der sie wissentlich die Verletzung anderer, Selbstverletzung oder sogar Tötung riskieren würde.

Nur Menschen mit schweren Spaltungssymptomen vermögen diese natürliche Grenze zu negieren, wie z. B. AmokläuferInnen oder Menschen, die einen Selbsttötungsversuch machen.

Trauma ≠ Traumafolgestörung

Nicht jede bedrohliche Erfahrung führt zu einer Traumafolgestörung (Posttraumatische Belastungsstörung, kurz: PTBS). Doch bei Menschen, die den Krieg erlebt haben (wie auch bei Frauen, die vergewaltigt wurden) besteht die höchste Wahrscheinlichkeit, an einer Traumafolgestörung zu erkranken, nämlich 1:1. So auch die Schätzung in Bezug auf unsere Flüchtlinge: 50% der Erwachsenen und 20% der Kinder sind traumatisiert.
Bei unseren Flüchtlingen, die über die Kriegserfahrungen hinaus oftmals durch Umstände auf der Flucht und Entwurzelung mehrfach traumatisiert sind, ist, sobald sie in Sicherheit sind, mit einem Zusammenbruch („Dekompensation“) zu rechnen, gefolgt von Symptomen der allgemeinen Schwäche, Depression und Ängstlichkeit, sowie allen Traumafolgesymptomen, wie Wiedererleben, Flashbacks, Schreckhaftigkeit, etc. Neben der Verletzung, dem tiefen Vertrauensverlust ins Leben, der existenziellen Erschütterung, haben auch die Erfahrungen der Gewalt, der überwältigenden Aggression durch Menschen und Waffen ihren Stempel in die Seele gedrückt. Jeder Mensch, der Gewalt erfährt, hat auch in sich diese Gewalt abgespeichert („Täterintrojekt“, „Täteranteil“).

Aus der Geschichte lernen und helfen

Wir  kennen in Österreich die Generationenlast der beiden Weltkriege. Wie lange es gedauert hat, bis Aufarbeitung möglich wurde, und sie hält bis heute an. Wenn wir unser (implizites) Wissen nützen und unseren Flüchtlingen mit Menschlichkeit, Solidarität und Klugheit begegnen, schaffen wir eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Integration.
Der Spracherwerb ist für alle die Basis der Teilhabe an der Gesellschaft und der Identifizierung mit den kulturellen und sozialen Werten.
Traumatisierte Flüchtlinge brauchen zudem eine Befriedung der Seele durch traumaspezifische psychotherapeutische Behandlung.
Das Konzept „Sprache und Seele“ von FAIRTHERAPY kombiniert beides.

Rasche Hilfe für die Seele!

Heilsame Schritte sind:

  1. Äußere Sicherheit: Rasche Klärung des Aufenthaltsstatus, Grundbedürfnisse, wie Wohnen, Essen, Heizung, etc. sichern.
  2. Innere Sicherheit: unsere Flüchtlinge brauchen,
    - einen Ort, an dem sie sich und ihre Trauma-Reaktionen zeigen können und verstanden werden,
    - einen Ort, an dem sie Sicherheit, Beruhigung und Verlangsamung erfahren,
    - einen Ort der Psychotherapie, wo sie Schritt für Schritt lernen, sich selbst zu verstehen, zu beruhigen und immer wieder in die Gegenwart zurückzukehren, die sicher ist.
  3. Integration durch Spracherwerb: Die Sprache des Gastlands zu sprechen, bedeutet Selbstermächtigung und ist so per se eine traumatherapeutische Intervention.
  4. Integration durch soziale Anbindung: Unterstützende Beziehungen zu Landsleuten und ÖsterreicherInnen  bahnen die Integration im Außen, die im Inneren notwendig ist. Helfen wir unseren Flüchtlingen, ihre bikulturelle Identität aufzubauen.
  5. Integration der Seele: Ziel ist, durch Verstehen der Opfer-Seite und Befrieden der Täteranteile mit sich bewusst und heilsam umgehen zu können.
  6. Integration durch laufende Erhöhung der Selbstwirksamkeit und Autonomie: Es geht darum, die seelischen Widerstandskräfte – die sogenannte „Resilienz“ – unserer Flüchtlinge zu erkennen, ihnen bewusst zu machen und sie zu stärken.

FAIRTHERAPY hat ein Konzept für Punkt 2 bis 6: Pilot-Projekt „Sprache und Seele“.

Dr. Ilse Behensky, 28. September 2015

Möchten Sie mehr wissen?

Oder haben Sie Lust auf ein
(auch nur zeitlich beschränktes)
Engagement bekommen?

Lassen Sie es uns wissen und schicken Sie uns eine Nachricht an office@fairtherapy.at.