Welche Folgen hat ein Trauma?

Ähnlich wie die Tiere reagieren wir auf Bedrohung auf der körperlichen Ebene mit Kampf oder Flucht; wenn beides nicht gelingt, kommt es zur Erstarrung.

Körperliche Reaktionen auf traumatische Erfahrungen.

Diese - auch „traumatische Zange“ genannte - Erstarrung  betrifft den gesamten Körper, der zum Zeitpunkt der Gefahr auf Überleben „schaltet“. Die Muskeln sind angespannt und schützen das Körperinnere, das Blut weicht aus den Extremitäten in die wichtigen Organe, Stresshormone durchfluten den Körper, um ihn in der Extremsituation kampf- und fluchtbereit zu halten und helfen, das Schmerzempfinden zu reduzieren. Dies kennt auch jeder, der oder die schon einmal einen Schock erlebt hat. Gleichzeitig haben die Betroffenen in der Situation der tödlichen Bedrohung das Gefühl, dass das Bewusstsein aus dem Körper weicht und sie „neben sich stehen“. Sie erleben das Geschehen in Zeitlupe oder nehmen nur mehr Teile der Realität wahr. Diese körperlichen und seelischen Reaktionen können bis zu Bewusstlosigkeit und Tod führen.

Die Folgen.

Wir haben grundsätzlich die Fähigkeit, uns nach einem Trauma wieder völlig zu regenerieren, wenn wir beruhigende, heilsame Bedingungen vorfinden und alle Gefühle und Reaktionen verständnisvoll und liebevoll aufgehoben sind.
Wenn aber das Trauma zu massiv ist, länger anhält oder immer wieder passiert, dann kann es ohne Traumatherapie nicht mehr zu einer völligen Wiederherstellung der ursprünglichen Balance kommen. Die Überlebensmechanismen prägen den Alltag und führen zu verschiedensten Symptomen.
Überlebende leiden an schweren Folgen der posttraumatischen Belastung oder - wenn diese länger andauern - an der posttraumatischen Störung.

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