Was ist ein Trauma?

Wie wird Trauma definiert?

In der Psychotraumatherapie wird ein Trauma nicht über das Ereignis definiert. Die Frage ist nicht: Welches Ereignis ist ein Trauma? Entscheidend sind die Auswirkungen der traumatischen Erfahrung auf den jeweiligen Menschen und dessen Reaktionen. Trauma wird als Wechselwirkung zwischen dem überwältigenden Erlebnis und den individuellen Bewältigungsversuchen beschrieben.

Wann spricht man von Trauma?

Traumatisierend ist ein Ereignis dann, wenn es so massiv ist, dass die menschlichen Bewältigungsmöglichkeiten und Fähigkeiten nicht ausreichen, um damit fertig zu werden.
Dies kann bei Gewaltausübung, Naturkatastrophen, Krieg, Flucht, Folter, Unfällen und sexualisierter Gewalt der Fall sein, aber auch bei Vernachlässigung im Kindesalter. Denn je jünger Menschen sind, desto weniger Möglichkeiten haben sie zu reagieren. Ein Säugling, der vernachlässigt wird, kann nicht davonlaufen, sich selbst etwas zu essen machen, Windeln wechseln oder eine Decke holen.


Die völlige Hilflosigkeit, das Ausgeliefertsein und die schutzlose Preisgabe während eines Traumas führen zu einer tiefen Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses und haben Folgen für Körper, Geist und Seele. Die Welt ist nach einem Trauma kein sicherer Ort mehr, an dem wir uns willkommen und geborgen fühlen.

zu den Folgen von Trauma