„Der sichere Ort“

Was traumatisierten Menschen guttut, tut uns allen gut.

Luise Reddemann hat die Traumatherapiemethode PITT (Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie) entwickelt. Eine wichtige Intervention sind innere Reisen und Vorstellungen.
Lassen Sie sich von Luise Reddemann begleiten:

Und nun möchte ich Sie einladen, die Übung des sicheren Ortes zu machen. Lassen Sie Gedanken oder Vorstellungen oder Bilder aufsteigen von einem Ort, an dem Sie sich ganz wohl und geborgen fühlen. ... Dieser Ort kann auf der Erde sein, er muss es aber durchaus nicht. Er kann auch außerhalb der Erde sein. Geben Sie diesem Ort eine Begrenzung Ihrer Wahl, die so beschaffen ist, dass nur Sie bestimmen, welche Lebewesen an diesem Ort, Ihrem Ort, sein sollen, sein dürfen. ...
Prüfen Sie, ob Sie sich dort mit allen Ihren Sinnen wohlfühlen. Prüfen Sie erst, ob das, was Ihre Augen wahrnehmen, angenehm ist für die Augen. Wenn es noch etwas geben sollte, was Ihnen nicht gefällt, dann verändern Sie es. ... Prüfen Sie, ob das, was Sie hören, für Ihre Ohren angenehm ist, ob Sie es gerne hören. Ansonsten können Sie es so lange verändern, bis es wirklich wohlklingend ist. ... Prüfen Sie die Temperatur, ob sie angenehm ist, und verändern Sie sie, wenn es nötig ist. ... Ist das, was Sie riechen und schmecken, ganz und gar angenehm? Sie können es verändern, wenn Sie möchten. ... Können Sie an diesem sicheren Ort die Haltung einnehmen, die Ihnen angenehm erscheint? ... Denken Sie daran, dass Sie in der Vorstellung zaubern können. Und dass Sie sich alles so gestalten können, wie Sie es möchten. Sie erschaffen diesen Ort genau für Ihre Bedürfnisse. ... Wenn es Ihnen gelungen ist, sich diesen Ort jetzt zu erschaffen, dann genießen Sie es noch ein paar Augenblicke lang, dort zu sein. Wenn das heute nicht gelungen ist, ist das auch in Ordnung. ... Wenn Sie den Ort für sich gefunden haben, können Sie ihn jetzt noch verankern, sodass es Ihnen in Zukunft leichter fällt, dorthin zu gelangen. Sie können, wenn Sie möchten, mit sich eine kleine Körpergeste vereinbaren. Und diese kleine Geste können Sie in Zukunft durchführen, und sie wird Ihnen helfen, dass Sie dann diesen Ort ganz rasch wieder in der Vorstellung haben. Und wenn Sie das möchten, können Sie diese Geste jetzt ausführen. ...

Kommen Sie dann mit Ihrer Aufmerksamkeit zurück in den Raum.

(Firus, Christian, Christian Schleier, Werner Geigges, Luise Reddemann: Traumatherapie in der Gruppe. Klett Cotta, Stuttgart: 2012, S 65f., leicht gekürzt)